Spinnrad für Anfänger: Kromski Fantasia Spinnrad mit bunten Spulen im Garten

Spinnrad für Anfänger: 6 Einsteigermodelle im Vergleich

Martin Bleich

Fast jede zweite Anfrage, die bei uns ankommt, klingt ungefähr so: „Ich möchte mit dem Spinnen anfangen. Welches Spinnrad soll ich nehmen, es darf aber nicht zu teuer sein.“ Das ist eine gute Frage, und sie hat eine ehrliche Antwort. In diesem Ratgeber stelle ich dir die sechs Spinnräder vor, die wir Einsteigern am häufigsten empfehlen, und sage dir, welches ich selbst nehmen würde.

Kurz gesagt: Unser meistverkauftes Einsteigerrad ist das Kromski Fantasia ab 479 €. Wenn du lieber mit einem Fuß trittst, nimm das Kromski Prelude ab 489 €. Am günstigsten ist das Louet S17 ab 390 €.

Spinnrad für Anfänger: worauf es wirklich ankommt

Ein Spinnrad für den Anfang muss nicht alles können. Es muss vor allem leicht laufen, sich einfach einstellen lassen und dir verzeihen, wenn der Faden in den ersten Stunden noch dick und dünn wird. Drei Punkte sind dabei wichtiger als jede technische Kleinigkeit:

  • Das Rad sollte ruhig und gleichmäßig treten, ohne dass du dich anstrengen musst.
  • Die Spannung (also wie stark das Garn auf die Spule gezogen wird) sollte sich fein einstellen lassen.
  • Es sollte ein paar Übersetzungen haben, damit du später auch feinere oder dickere Garne spinnen kannst.

Seit wir mit Berliner Spinnräder angefangen haben, haben wir gut 50 Spinnräder verkauft. Die meisten Kunden wollen genau das: ein gutes Rad, das sich leicht spinnt, und das möglichst günstig zum Einstieg. Rund 80 Prozent davon hatten einen Doppeltritt, und gut 40 Prozent aller Räder waren ein einziges Modell: das Kromski Fantasia. Dazu weiter unten mehr.

Einfachtritt oder Doppeltritt beim Einstieg?

Beim Einfachtritt trittst du mit einem Fuß, beim Doppeltritt mit beiden. Unsere Kursleiterin Vanessa sagt dazu ganz klar: Für den Anfang ist der Doppeltritt leichter. Mit zwei Füßen trittst du gleichmäßiger, das Rad läuft ruhiger und dreht seltener zurück. Das ist am Anfang wichtiger, als man denkt.

Vanessa erlebt das in fast jedem Kurs: In den ersten rund 90 Minuten reißt der Faden immer wieder. Und irgendwann hört man ein „Oh“. Plötzlich reißt nichts mehr, du trittst gleichmäßig, und das Rad läuft einfach weiter. Mit einem Doppeltritt kommt dieser Moment meistens etwas früher.

Ein Einfachtritt ist trotzdem keine schlechte Wahl. Er ist schlichter, das Rad ist oft leichter, und viele Spinner kommen damit ihr Leben lang gut zurecht. Wenn du mehr dazu wissen willst, lies unseren Ratgeber Einfachtritt oder Doppeltritt: welches Spinnrad ist besser?

Die 6 Einsteigermodelle im Vergleich

Modell Tritt Spannung Übersetzungen Gewicht Preis ab
Louet S17 Einfach oder doppelt Irish Tension 3 (5,5:1 bis 10,5:1) 5 kg 390 €
Lojan Buddy Breiter Einfachtritt oder Doppeltritt Dutch Tension 5 (4:1 bis 18:1) 5,5 kg 415 €
Kromski Fantasia
(unser Bestseller)
Doppelt Scotch Tension 4 (5:1 bis 16:1) 5,7 kg 479 €
Kromski Prelude Einfach Scotch Tension 3 (6:1 bis 13:1) 4 kg 489 €
Kromski Interlude Einfach Scotch Tension 3 (6:1 bis 13:1) ca. 4 kg 599 €
Louet S10 Concept Einfach oder doppelt Scotch oder Irish Tension 3 (5,5:1 bis 10,5:1), erweiterbar bis 27:1 ca. 6 kg 648 €

Scotch, Irish oder Dutch Tension: was bedeutet das?

Die Begriffe in der Spalte Spannung beschreiben, wie das Rad das Garn auf die Spule zieht. Bei Scotch Tension treibt das Antriebsband den Flügel an, und eine dünne Bremsschnur bremst die Spule. Damit lässt sich der Einzug sehr fein einstellen, das ist für Anfänger angenehm. Bei Irish Tension ist es umgekehrt: Das Band treibt die Spule an, und der Flügel wird gebremst. Das Rad zieht kräftiger ein und passt gut zu dickeren Garnen. Dutch Tension, wie beim Lojan Buddy, ist eine Variante mit einer fein einstellbaren Bremse. Für den Einstieg funktionieren alle drei Systeme. Wichtiger ist, dass du die Spannung in kleinen Schritten verstellen kannst.

Louet S17: der günstigste Einstieg

Das Louet S17 ist das günstigste Rad in unserem Sortiment. Es kommt als Bausatz aus Buchen-Multiplex und wird von dir komplett zusammengebaut. Mit Irish Tension zieht es das Garn kräftig ein, das ist gut für dickere Garne. Wenn das Budget wirklich knapp ist, ist das S17 ein solides Rad. Ehrlich gesagt ist es aber in Holz und Verarbeitung nicht mit einem Kromski zu vergleichen.

Louet S17 Spinnrad aus Buchen-Multiplex

Lojan Buddy: viel Rad für wenig Geld

Der Lojan Buddy aus den Niederlanden hat fünf Übersetzungen und große Spulen für etwa 200 g. Die Variante mit breitem Einfachtrittbrett ist ein guter Kompromiss: Du kannst sie mit einem oder mit beiden Füßen treten. Wer viel unterwegs ist, schaut sich den klappbaren Travel Buddy an.

Lojan Buddy Doppeltritt Spinnrad beim Spinnen

Kromski Fantasia: unser meistverkauftes Einsteigerrad

Das Kromski Fantasia ist mit 479 Euro das günstigste Kromski, und es ist das Rad, das ich Einsteigern am liebsten empfehle. Es ist aus Vollholz, sauber gefräst und schön verarbeitet. Man merkt, dass Kromski seit rund 50 Jahren Spinnräder baut. Es hat einen Doppeltritt, vier Übersetzungen, drei Spulen und eine eingebaute Lazy Kate. Das ist praktisch, wenn du verschiedene Garne erst einmal auf den Spulen lassen und später verzwirnen willst.

Kromski Fantasia Spinnrad in Wiesengrün

Was uns immer wieder auffällt: Kunden, die vorher auf anderen Rädern gesponnen haben, kommen am Ende oft zu Kromski zurück.

Kromski Prelude: der beste Einfachtritt für den Anfang

Das Kromski Prelude ist unser meistverkauftes Rad mit Einfachtritt, und das hat Gründe. Es ist ein klassisches Saxony-Rad im Kleinformat: 45 cm Schwungrad, nur 4 kg leicht und trotzdem aus massivem Holz mit der typischen Kromski-Drechselarbeit. Lederlager und Messinghülse sorgen dafür, dass es ruhig und leise läuft. Das merkst du besonders, wenn du abends im Wohnzimmer spinnst.

Mit Scotch Tension stellst du den Einzug über einen einzigen Knopf ein, das ist für den Anfang angenehm einfach. Drei Übersetzungen (6:1, 10,5:1 und 13:1) reichen von mittelfeinem bis dickerem Garn. Drei Spulen und eine eingebaute Lazy Kate sind dabei, du kannst also gleich zweifach verzwirnen. Wenn du später dicke Effektgarne spinnen willst, rüstest du einfach einen Jumbo-Flyer nach. Das Prelude gibt es unlackiert, klar lackiert, in Walnuss und in Mahagoni, und wie alle Kromski-Räder hat es 5 Jahre Garantie.

Kromski Prelude Spinnrad im Freien

Kromski Interlude: klassisch und klein

Das Kromski Interlude ist das Rad für alle, die es schlicht mögen. Technisch ist es nah am Prelude: Einfachtritt, Scotch Tension und die gleichen drei Übersetzungen. Das Schwungrad ist mit 46 cm etwas größer, und die Linien sind klarer und reduzierter. So passt es gut in eine moderne Wohnung.

Mit ca. 4 kg trägst du es leicht in einen anderen Raum oder zum Spinntreffen, und es braucht wenig Platz. Im Lieferumfang sind drei Spulen, eine Lazy Kate, ein Spinnhaken und ein Wartungsset mit Öl und Werkzeug. Für dicke Effektgarne gibt es einen optionalen Jumbo-Flyer. Auch das Interlude bekommst du unlackiert, klar lackiert, in Walnuss oder in Mahagoni, mit 5 Jahren Garantie.

Spinnen am Kromski Interlude im Freien

Louet S10 Concept: ein Rad, das mitwächst

Das Louet S10 Concept ist das modulare Spinnrad von Louët aus den Niederlanden. Du stellst es dir beim Kauf selbst zusammen: Scotch oder Irish Tension, Einfach- oder Doppeltritt und eines von drei Schwungrädern (das klassische S10-Rad, das Julia-Rad mit drei Speichen oder das neue Rad mit fünf Speichen). So gibt es 12 Varianten.

Der eigentliche Vorteil zeigt sich später: Du kannst jederzeit umbauen, ohne ein neues Rad zu kaufen. Vom Einfach- auf den Doppeltritt, von Scotch auf Irish Tension oder ein anderes Schwungrad. Mit dem Hochgeschwindigkeits-Set spinnst du feine Garne bis 27:1, mit dem Art-Yarn-Flyer dicke Effektgarne. Das Rad kommt lackiert und einsatzbereit, und du kannst es komplett zerlegen und in der passenden Tasche mitnehmen. Wenn du ein Rad suchst, das mit deinem Können mitwächst, ist das S10 Concept eine sehr gute Wahl.

Louet S10 Concept Spinnrad

Welches Spinnrad würde ich selbst nehmen?

Wenn du mich fragst, welches Rad du für den Einstieg nehmen sollst, sage ich fast immer: das Fantasia. Ja, das S17 ist rund 90 Euro günstiger. Aber du bekommst beim Fantasia massives Holz, einen Doppeltritt, eine Lazy Kate und eine Verarbeitung, an der du jahrelang Freude hast. Die meisten, die einmal mit dem Spinnen anfangen, hören nicht so schnell wieder auf.

Wenn du lieber mit einem Fuß trittst oder wenig Platz hast, nimm das Prelude. Und wenn das Budget wirklich eng ist, sind S17 und Lojan Buddy gute, ehrliche Räder. Alle Modelle im direkten Vergleich findest du auf unserer Seite Welches Spinnrad passt zu mir?

Was du für den Anfang sonst noch brauchst

Weniger, als viele denken. Vanessa sagt in ihren Kursen: Eigentlich brauchst du nur noch eine Kreuzhaspel, um das fertige Garn abzuwickeln. Die Kromski Kreuzhaspel (Niddy Noddy) kostet nicht viel. Spulen und Spinnöl sind bei den meisten Rädern schon dabei.

Kromski Kreuzhaspel (Niddy Noddy) in verschiedenen Farben

Bei der Faser rät Vanessa zu einer etwas klebrigeren Wolle, die vielleicht noch nicht ganz gewaschen ist. Sie hält besser zusammen, und der Faden reißt seltener. Sehr glatte und feine Fasern wie Merino heben wir uns besser für später auf.

Die häufigsten Fehler in den ersten Stunden

Der typische Fehler, den Vanessa in fast jedem Kurs sieht: Alles wird zu fest gehalten. Wer die Fasern zu fest hält, lässt zu viel Drall in den Faden, und das Garn wird ungleichmäßig. Halte die Fasern locker, tritt ruhig und lass das Rad arbeiten. Und mach dir keine Sorgen, wenn der Faden anfangs reißt. Das gehört dazu, bei jedem.

Häufige Fragen

Welches Spinnrad ist das beste für Anfänger?
Für die meisten Einsteiger empfehlen wir das Kromski Fantasia. Es hat einen Doppeltritt, vier Übersetzungen und ist sehr gut verarbeitet. Wer einen Einfachtritt möchte, ist mit dem Kromski Prelude gut beraten.

Was kostet ein gutes Spinnrad für den Anfang?
Gute Einsteigerräder gibt es ab rund 400 Euro. Zwischen 450 und 650 Euro bekommst du Räder aus Vollholz mit mehr Übersetzungen und Doppeltritt.

Ist ein Doppeltritt für Anfänger besser?
In den meisten Fällen ja. Mit zwei Füßen trittst du gleichmäßiger, und das Rad dreht seltener zurück. Ein Einfachtritt ist aber ebenfalls gut zu lernen.

Kann ich mir Spinnen selbst beibringen?
Ja. Viele lernen mit Videos und Geduld. Schneller geht es in einem Spinnkurs, weil dir dort jemand zeigt, wie locker du die Fasern halten musst.

Muss ich das Spinnrad selbst zusammenbauen?
Das Louet S17 kommt als Bausatz. Die Kromski-Räder sind vormontiert und mit wenigen Handgriffen aufgebaut.

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