Spinnrad Einfachtritt oder Doppeltritt: Lojan Buddy Doppeltritt Spinnrad mit Lazy Kate

Einfachtritt oder Doppeltritt: welches Spinnrad ist besser?

Martin Bleich

Einfachtritt oder Doppeltritt: was ist der Unterschied am Spinnrad?

Wer sich ein Spinnrad aussucht, stößt früher oder später auf die Frage: Einfachtritt oder Doppeltritt? Gemeint ist das Trittbrett, mit dem du das Schwungrad in Bewegung hältst. Beim Einfachtritt gibt es ein Brett, das du mit einem Fuß trittst. Beim Doppeltritt gibt es zwei Bretter nebeneinander, und beide Füße arbeiten abwechselnd. Beide Systeme spinnen das gleiche Garn. Der Unterschied liegt darin, wie sich das Treten anfühlt, wie gleichmäßig das Rad läuft und wie lange du entspannt spinnen kannst.

In diesem Artikel erfährst du, wie die beiden Tritte funktionieren, was sie für Anfänger bedeuten und welche Spinnräder es mit Einfachtritt und mit Doppeltritt gibt.

So funktioniert der Einfachtritt

Beim Einfachtritt ist das Trittbrett über eine Treibstange, den sogenannten Fußmann, mit der Kurbel am Schwungrad verbunden. Du drückst das Brett mit einem Fuß nach unten, das Rad dreht sich weiter und hebt das Brett wieder an. Der Schwung des Rades trägt dich über den Punkt, an dem das Brett ganz oben oder ganz unten steht.

Das ist die klassische Bauweise, wie man sie von alten Bauernspinnrädern kennt. Sie hat ein paar echte Vorteile:

  • Der zweite Fuß ist frei. Du kannst ihn abstellen, die Sitzposition wechseln oder zwischendurch den Fuß tauschen.
  • Viele Spinner sitzen beim Einfachtritt leicht schräg zum Rad, was manchen angenehmer ist.
  • Die Mechanik ist einfacher, das Rad ist oft etwas leichter, kompakter und günstiger.

Der Nachteil: Ein Bein macht die ganze Arbeit. Bei langen Spinnsitzungen merkst du das eher als beim Doppeltritt. Außerdem musst du das Tempo gerade am Anfang bewusster halten, weil der Antrieb nur von einer Seite kommt.

So funktioniert der Doppeltritt

Beim Doppeltritt hat das Spinnrad zwei Trittbretter, die über zwei Treibstangen an einer gemeinsamen Kurbel hängen. Tritt der linke Fuß nach unten, geht der rechte nach oben und umgekehrt. Die Bewegung ähnelt einem langsamen Radfahren im Sitzen.

Weil beide Beine abwechselnd Kraft geben, kommt der Antrieb gleichmäßiger am Rad an. Das Rad läuft ruhiger, und du kannst auch sehr langsam treten, ohne dass es stehen bleibt oder plötzlich rückwärts läuft. Viele Spinner empfinden den Doppeltritt deshalb als entspannter, vor allem wenn sie eine Stunde oder länger am Stück spinnen.

Der Nachteil: Du sitzt frontal vor dem Rad und beide Füße sind fest beschäftigt. Wer gern die Haltung wechselt oder ein Bein ausstrecken möchte, empfindet das manchmal als einschränkend. Die Mechanik hat ein paar Teile mehr, was sich meist in einem etwas höheren Preis zeigt.

Einfachtritt und Doppeltritt im direkten Vergleich

Einfachtritt Doppeltritt
Treten ein Fuß, der andere ist frei beide Füße abwechselnd
Gleichmäßigkeit gut, braucht etwas Übung sehr gleichmäßig, auch langsam
Lange Sitzungen ein Bein ermüdet eher Belastung auf beide Beine verteilt
Sitzhaltung frei wählbar, auch schräg frontal vor dem Rad
Bauweise und Preis einfacher, oft etwas günstiger ein paar Teile mehr, meist etwas teurer

Was ist für Anfänger besser?

Die ehrliche Antwort: Mit beiden Tritten lernst du spinnen. Es gibt aber ein paar Punkte, die beim Einstieg den Ausschlag geben können.

Am Anfang ist die größte Hürde, Hände und Füße unabhängig voneinander arbeiten zu lassen. Die Hände ziehen die Fasern aus, die Füße halten das Rad in einem ruhigen Tempo. Wenn das Rad dabei immer wieder stehen bleibt oder die Richtung wechselt, dreht sich der Faden auf und reißt. Ein Doppeltritt verzeiht hier etwas mehr, weil du langsam und trotzdem gleichmäßig treten kannst. Viele Einsteiger finden damit schneller in einen ruhigen Rhythmus.

Ein Einfachtritt ist dagegen gut, wenn du eher kurz spinnst, das Rad oft umstellst oder ein schmales Budget hast. Auch wer Probleme mit einem Knie oder der Hüfte hat, ist manchmal mit einem Einfachtritt besser bedient, weil er das Bein frei wählen und wechseln kann. Probier das am besten vorher aus, denn das empfindet jeder anders.

Was unsere Kunden tatsächlich kaufen

Am Telefon und per Mail hören wir fast immer dieselben Wünsche: ein gutes Rad, das sich leicht spinnt, die Frage nach Einfach- oder Doppeltritt und am liebsten das günstigste Modell, mit dem man sinnvoll einsteigen kann. Ein Blick in unsere eigenen Verkäufe zeigt ein klares Bild: Rund 80 Prozent der Spinnräder, die wir seit dem Start von Berliner Spinnräder verkauft haben, haben einen Doppeltritt. Allein das Kromski Fantasia macht gut 40 Prozent aller verkauften Räder aus, danach folgen das Kromski Minstrel und das Sonata Encore, beide ebenfalls mit Doppeltritt. Das meistverkaufte Rad mit Einfachtritt ist das Kromski Prelude, ein kompaktes Rad mit rund 4 kg.

Für die meisten Einsteiger ist ein Doppeltritt deshalb die sichere Wahl. Ein Einfachtritt ist kein schlechteres Rad, aber eher eine bewusste Entscheidung, wenn dir Platz, Gewicht oder Preis besonders wichtig sind. Welches Modell insgesamt zu dir passt, zeigt dir unser Vergleich Welches Spinnrad passt zu mir?

Der Mittelweg: das breite Einfachtrittbrett

Eine interessante Lösung hat Lojan beim Buddy. Das Lojan Buddy mit breitem Einfachtrittbrett hat ein einziges, aber sehr breites Brett. Du kannst es mit einem Fuß treten, mit dem anderen Fuß oder mit beiden Füßen gleichzeitig. So kannst du während einer langen Sitzung immer wieder wechseln. Wer sich nicht entscheiden kann, findet hier einen guten Kompromiss.

Das Buddy gibt es auch als Lojan Buddy Doppeltritt mit zwei getrennten Brettern. Beide Räder sind sonst gleich aufgebaut, mit offener Einzugsführung und großen Spulen. Damit eignen sie sich gut, um den Unterschied zwischen den Tritten direkt zu vergleichen.

Welche Spinnräder gibt es mit Einfachtritt?

Diese Räder aus unserem Sortiment haben einen Einfachtritt:

Welche Spinnräder gibt es mit Doppeltritt?

Diese Modelle laufen mit Doppeltritt:

Spinnräder, bei denen du wählen kannst

Bei Louet musst du dich nicht festlegen. Das Louet S17 und das Louet S10 Concept gibt es sowohl mit Einfachtritt als auch mit Doppeltritt. Das S10 Concept ist modular aufgebaut: Du kannst später vom Einfachtritt auf den Doppeltritt umrüsten, ohne ein neues Rad zu kaufen. Wer sich unsicher ist, startet hier mit einer Variante und bleibt flexibel.

Woran du beim Ausprobieren achten solltest

Wenn du die Möglichkeit hast, setz dich an beide Varianten, zum Beispiel bei einem Spinntreff oder in einem Kurs. Achte dabei auf diese Punkte:

  • Kannst du sehr langsam treten, ohne dass das Rad stehen bleibt?
  • Fühlt sich deine Sitzhaltung nach zehn Minuten noch bequem an?
  • Hast du das Gefühl, das Rad läuft von allein, oder musst du ständig nachdrücken?
  • Passt die Höhe von Stuhl und Trittbrett zu deiner Beinlänge?

Gerade der letzte Punkt wird oft unterschätzt. Ein guter Stuhl ohne Armlehnen, auf dem deine Knie etwa auf Hüfthöhe sind, macht bei beiden Tritten einen großen Unterschied.

Häufige Fragen

Ist ein Spinnrad mit Doppeltritt besser als eins mit Einfachtritt?
Nicht grundsätzlich. Der Doppeltritt läuft gleichmäßiger und ist bei langen Sitzungen angenehmer. Der Einfachtritt lässt dir mehr Freiheit bei der Sitzhaltung und ist oft etwas günstiger. Das Garn wird mit beiden gleich gut.

Kann ich ein Doppeltritt-Spinnrad auch mit einem Fuß treten?
Ja, das geht bei den meisten Rädern. Es fühlt sich aber weniger rund an, weil das zweite Brett ohne Druck mitläuft. Wer oft mit einem Fuß treten möchte, ist mit einem Einfachtritt oder dem breiten Brett des Lojan Buddy besser beraten.

Warum läuft mein Spinnrad beim Treten manchmal rückwärts?
Das passiert, wenn das Rad am oberen oder unteren Punkt der Kurbel zu wenig Schwung hat. Tritt etwas gleichmäßiger und gib dem Rad zum Start mit der Hand einen kleinen Schubs in die richtige Richtung. Beim Doppeltritt passiert das seltener.

Kann man ein Spinnrad von Einfachtritt auf Doppeltritt umbauen?
Nur bei Rädern, die dafür ausgelegt sind. Beim Louet S10 Concept ist der Umbau vorgesehen. Bei den meisten anderen Modellen entscheidest du dich beim Kauf für eine Variante.

Welcher Tritt ist besser bei Knieproblemen?
Das ist sehr individuell. Manche empfinden den Doppeltritt als schonender, weil sich die Arbeit auf beide Beine verteilt. Andere kommen mit dem Einfachtritt besser zurecht, weil sie das Bein wechseln können. Probier beide Varianten aus, bevor du dich festlegst.

Ein gebrauchtes Rad im Blick? Worauf es ankommt, steht im Ratgeber Spinnrad gebraucht kaufen: Checkliste und Alternativen.

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